Wir können so ja auch nicht weiter machen. Dieser Schuldenberg. Unverantwortlich gegenüber den kommenden Generationen. Kurzsichtig. Irgendwann bedienen wir nur noch die Darlehen, zahlen nur noch Zinsen. Also sparen. Viele Möglichkeiten. Bei uns? Nein doch. Auf keinen Fall. Doch nicht bei uns, bei mir, nicht bei etwas derart Wichtigem! Und wenn doch? Dann sagen wir, dass diejenigen, die kürzen, nichts verstanden haben, Banausen sind. Gehen zum Gegenangriff über und fragen die Herrschaften grimmig nach ihren Vorstellungen, nach ihrem Konzept. Und die sind dann überfordert, weil sie natürlich von Kultur weit weniger verstehen als jeder einzelne Kultur-Mensch.

Da müssen wir etwas tun. Anfangen darzulegen, was ist, was hinter dem, was wir Kultur nennen, steckt, was beabsichtigt ist, warum es wichtig, unverzichtbar ist, was wäre, wenn wir das nicht hätten. Diejenigen, die für Kultur stehen, sollten sich schon ab und zu auch äußern, sich anderen mitteilen. Nicht einfach warten, bis alle anderen den Stellenwert, die Bedeutung der Kultur einsehen und begreifen. Wir wollten sammeln, was diese Stadt, was diese Gesellschaft an der Kultur, den Kulturschaffenden hat, weshalb es bitter nötig ist, dass wir uns diese „leisten“. Und wir wollten diejenigen, die meinen, ihr Kulturschaffen sei sakrosankt, bitten, auch zu überzeugen.

Wir sind entschieden der Auffassung, dass es nicht nur den politischen Parteien und auch nicht nur einer Regierung überlassen bleiben darf, wie wir unser Leben und Zusammenleben gestalten, kultivieren wollen. Es ist eine wesentliche Gemeinschaftsaufgabe, den Wert der Kultur für diese Gesellschaft, für die Bildung, ihren Zusammenhalt und Entwicklung zu bestimmen.

Die Institutionen der Kultur sind vor dem Hintergrund der letzten Monate in besonderer Weise aufgefordert, ihren Beitrag für Stadt, Region und Nation offen zu legen, letztlich den Wert, den „Nutzen“ ihrer Aktivitäten zu zeigen und so ihren Beitrag zur erkennbaren Vitalität ihrer Institution zu leisten.

Wir haben Kulturschaffende der Stadt eingeladen. Eine private Initiative, weil wir überzeugt sind, dass die Kultur für unsere Stadt wichtig ist wie die Luft zum Atmen. Und weil wir fasziniert sind von der Vielfalt, der Kreativität, den unterschiedlichsten Gedanken und Aktivitäten. Es ist dies der erste derart umfassende Versuch, die Kultur der Stadt zu präsentieren und gleichzeitig aufzuzeigen, was Einrichtungen und Personen für Menschen und Gesellschaft leisten.

Ein Plädoyer für Hamburg: Kultur, das sind wir. Wir sind die Stadt und die Stadt ist Kultur.

Heinz Glässgen    Jana Marko    Hans Jochen Waitz